Meine Kolumne "Philosophische Sentenz des Monats" auf der kommerziellen Website "Geschenke aus den Museen der Welt".
Philosophische Sentenzen von 2009 - Erscheinungsmonate ggf. nach meinen Unterlagen

Die Philosophischen Sentenzen der Monate Mai, Juni, Juli, Oktober und November sind als Auswahl in WEGE DES DENKENS in der Datei (L9a) Meine Kolumne 2009 abgelegt.


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Helmut Hille
Philosophische Sentenzen 2009
Gab es einen Urknall?
15.01.2009  (bis 15.04.2009)

ZEIT UND SEIN - Tagungsbeiträge
(7) DPG 2009: der gleichnamige Titel
http://www.helmut-hille-philosophie.de/anhang7.html#urknall

Zum Weiterlesen:
ZEIT UND SEIN - Tagungsbeiträge
(7) DPG 2009: Kosmologie ohne Scheuklappen
http://www.helmut-hille-philosophie.de/anhang7.html


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Helmut Hille
Philosophische Sentenzen 2009
Wie intelligent ist es, nach außerirdischer Intelligenz zu suchen?
15.04.2009

Für Amerikas Indianer wäre es besser gewesen, Kolumbus hätte sie nicht entdeckt. Auf der Gier nach Gold für die spanische Krone wurden sie zuerst von den Spaniern versklavt, dezimiert und ihrer Kultur beraubt. Später auch von anderen aus Europa eingewanderten Völkern. Diese Lektion haben die US-Amerikaner offensichtlich vergessen oder nicht gelernt, wenn sie jetzt Botschaften in das All senden, um auf sich aufmerksam zu machen. In weiten Teilen der Bevölkerung herrscht freudige Erwartung auf außerirdische Intelligenz, von der sie sich wohl Fortschritt und Frieden erhoffen, nachdem die hiesige Intelligenz offensichtlich dafür nicht ausreichend ist. Viele Menschen, auch bei uns, glauben sogar, die Außerirdischen wären schon da und umkreisten in Ufos die Erde um uns zu helfen oder lebten sogar schon unter uns. Vielleicht ist ja die afrikanische Abstammung von Barack Obama nur eine Mär. Trotz vieler schlechten Erfahrung will man eben an das Gute im Menschen und somit auch der Außerirdischen glauben. Im Zuge der Säkularisierung ist der Glaube an einen guten überirdischen Gott zum Glauben an das Gute der Außerirdischen mutiert.

Sich zu fragen, ob es außerirdisches Leben gibt, ist sicher berechtigt, schon um unseren geistigen Horizont zu erweitern. Aber wie intelligent ist es, gleich noch auf sich aufmerksam zu machen, wenn man gar nicht weiß, wer die Botschaften einmal lesen wird? Es ist ja dabei immer mit einer uns überlegenen Zivilisation zu rechnen, die ja vielleicht auf unsere Trinkwasservorräte scharf wäre, nur um einmal ein Beispiel zu geben. Oder auf unseren Sauerstoff und alles Leben hier als minderwertig ansieht, auf das man keine Rücksicht nehmen muss. Denkt und dachte vor allen wir Westler nicht lange genau so und beginnen erst jetzt mühsam umzudenken, nachdem sich immer mehr zeigt, dass wir mit dieser Rücksichtslosigkeit begonnen haben, diesen Planeten unbewohnbar zu machen?

Glaube und Hoffnung sind stets der Spiegel menschlicher Urängste. Der Mensch fühlt sich in diesem riesigen Universum einsam und verlassen, darum möchte er gar zu gern glauben, dass "da draußen" einer lebt und webt, dem er nicht gleichgültig ist. Dafür schaltet er schon mal den kritischen Verstand aus. Wer will ihm das verdenken? Nur müssen wir dabei aufpassen, dass wir nicht aus den Augen verlieren, was wir selbst zum Erhalt unserer Lebensqualität beitragen können und müssen. Und da ist es sehr kontraproduktiv, sich wegen unterschiedlicher Gottesvorstellungen gegenseitig die Schädel einzuschlagen und Ressourcen zu verschwenden. Sie sind nun mal begrenzt. Schon Laotse im alten China warnte: "Wer das Leben nicht ernst nimmt, dem wird es seinen furchtbaren Ernst zeigen."

ohne Vorschlag zum Weiterlesen


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Helmut Hille
Philosophische Sentenzen 2009
Die Bausteine des Verstandes
15.05.2009

Auf WEGE DES DENKENS in der Datei (L9a) unter dem gleichen Titel abgelegt. (s. auch oben)

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Helmut Hille
Philosophische Sentenzen 2009
Solange die Erde sich dreht ...
15.06.2009

Auf WEGE DES DENKENS in der Datei (L9a) unter dem gleichen Titel abgelegt. (s. auch oben)

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Helmut Hille
Philosophische Sentenzen 2009
Tanz der verschränkten Quanten
15.07.2009

Auf WEGE DES DENKENS in der Datei (L9a) unter dem gleichen Titel abgelegt. (s. auch oben)

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Helmut Hille
Philosophische Sentenzen 2009
Philosophie, Dichtung und Musik
15.08.2009

Der Philosoph arbeitet am Begriff und am Argument, der Dichter an der Sprache. Während der Philosoph dem Leser nicht ersparen kann, an seinen Mühen teilzunehmen, erhebt ihn der Dichter sinnstiftend aus seinem Tagwerk.

Darum erscheint er dem Philosophen so überlegen. Schiller an "Goethen": "Soviel ist indes gewiß, der Dichter ist der einzige wahre Mensch, und der beste Philosoph ist nur eine Karikatur gegen ihn." Freilich, gegen Goethe sieht jeder schwach aus.

Trotzdem: wer als "Philosoph" mehr mit der Sprache spielt oder in Sprache schwelgt statt an den Begriffen und den Argumenten zu arbeiten und Sachverhalte zu klären, muss sich sagen lassen, dass er seine Aufgabe verfehlt hat, seien seine Sätze auch noch so brillant. Aber trotzdem: wer möchte nicht lieber ein Dichter sein, statt sich mit Begriffen zu mühen? Das ist es nämlich: "Die Rede geht herab, wenn sie beschreibt. Der Geist will aufwärts, wo er ewig bleibt." (Goethe) Aber wir brauchen beides: Analyse und Synthese. Das eine um zu wissen, von was wir sprechen, das andere um Perspektiven des Denkens und Handelns zu gewinnen.

Noch mehr als den Dichter bewundere ich den Komponisten, der gleich ganz ohne Wörter und Worte auskommt und das Gefühl unmittelbar anzusprechen vermag. Doch Gefühle sind etwas sehr Subjektives und wir bleiben in ihnen eingeschlossen. Da ist die Verschmelzung von Musik und Text schon ideal, wie z.B. die Europahymne zeigt, die Beethovens 9. Sinfonie mit Schillers Text "Ode an die Freude" verbindet.

Mein Wunsch ist es, Texte schreiben zu können, die so klar und ansprechend wie Musik sind, so dass sie Verstand und Gefühl gleichermaßen erreichen. Hierzu habe ich eigens die "kleine" Homepage ZEIT UND SEIN eingerichtet, deren Texte wie Verse kurz und bündig geschrieben sind, auch wenn sie sich nicht reimen. Doch mit Goethes Hilfe ist mir auch das gelungen. Im Text "Die Lehre von der Allgewalt der Schwere" verschmelzen Physik, Philosophie und Dichtung zu einer Aussage. Auch eine Umdichtung von Matthias Claudius Abendlied, wo mir der Text sehr entgegen kam, zeigt die Verbindung von Aussage und Gefühl. Und die Musik dazu gibt es ja schon.

Ohne konkrete Empfehlung zum Weiterlesen. Nur Link auf ZEIT UND SEIN.


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Helmut Hille
Philosophische Sentenzen 2009
Über Gerhard Roths Buch "Aus der Sicht des Gehirns"
15.09.2009

Vor dem Aufkommen der Gehirnforschung haben sich hauptsächliche Philosophen und gelegentlich auch Ärzte und Dichter Gedanken über das Verhältnis von Erkenntnis und Welt gemacht. Erinnert sei hier an Kants gewaltige Kritiken am Ende des 18. Jahrhunderts. Dabei waren die Philosophen meist ganz unterschiedlicher Meinung, von naiv, über idealistisch bis superkritisch, gleich alle Wahrheitsansprüche ganz ablehnend. Im Gegensatz zu letzteren betrachteten Wissenschaftler, die dem im 19. Jahrhundert aufblühenden Materialismus anhingen, erkenntnistheoretische Überlegungen gleich als Verrat am Materialismus, da sie eine eigenständige Rolle des Geistes leugneten. Ihnen waren die menschlichen Ideen und Probleme nur Abbilder der materiellen gesellschaftlichen Verhältnisse. Doch die menschliche Neugier wollte endlich wissen, wie das Gehirn wirklich funktioniert. Durch die bildgebenden Verfahren kam es im 20. Jahrhundert zu großen Fortschritten in der Gehirnforschung. Natürlich hatten diese Forscher schon vor aller Forschung gewissen Meinungen über die Arbeitsweise des Gehirns und/oder sie hingen Ideologien an, die ihre Sicht trübten, auch wenn die Forschungsergebnisse im Einzelnen durchaus brauchbar waren. Das Gehirn ist eben notwendigerweise ein interpretierendes Organ, was auch für das der Gehirnforscher gilt, was sie allzu gern vergessen.

Ein Hirnforscher, der mir besonders ungetrübt von Vorurteilen erscheint ist Gerhard Roth von der Universität Bremen. Dank seiner Sachlichkeit und Verständlichkeit wird er im TV besonders gern zu Rate gezogen, so dass bei mir der Wunsch aufkam, zumindest eines seiner Bücher zu lesen, nachdem ich zuvor schon etliche Bücher seiner Kollegen auf meiner Homepage WEGE DES DENKENS kritisch besprochen hatte, denn ich verstehe mich als Neurophilosoph, der Ergebnisse der Hirnforschung mit philosophischen Fragestellungen verbindet, möchte ich doch nicht ins Blaue hinein philosophieren. Eine Gelegenheit Roth im neuesten Forschungsstand näher kennen zu lernen, war die "vollständig überarbeitete Neuauflage" von 2008 seines Buches "Aus der Sicht des Gehirns", wie sie mir 2009 vom Internetbuchhändler AMAZON empfohlen wurde, der mein Interesse kennt.

Ich muss sagen, dass Roths Ausführungen meine positiven Erwartungen eher noch übertrafen. Beginnend mit einer "kleinen Hirnkunde" nimmt er zu allen Fragen menschlichen Geistes Stellung, soweit das aus der Sicht der Forschung möglich ist. Ein besonderes Anliegen der Neuauflage war ihm die Frage der Willensfreiheit, über die andere Hirnforscher hitzige Debatten ausgelöst hatten, in dem sie die Willensfreiheit bestritten, weil man bemerkt hatte, dass das Unbewusste von sich aus Urteile fällt, bevor diese dem Menschen bewusst werden. Diese Hirnforscher hängen unhinterfragt der Überzeugung an, dass das Urteilen Aufgabe des Bewusstsein sei und spalteten so das Unbewusste vom Menschen ab, ohne dies zu thematisieren. Sie übersahen dabei, dass das Hirn ein von der Evolution herausgebildetes rationales Organ ist, das ständig nach Ursachen und Motiven fragt, um sich die Welt verständlich zu machen. Ich selbst verlasse mich auf seine Arbeitsweise und schreibe in Veröffentlichungen keinen Satz, den das Unbewusste nicht zuvor ausformuliert hat. Doch da ich nicht die Prämissen kenne, aufgrund dessen das Hirn seine Urteile fällt, gehe ich natürlich kritisch mit seinen Antworten um und frage ggf. zurück und warte auf eine neue Antwort. Roth macht in seinem nicht zu umfangreichen Buch von 243 Seiten der Taschenbuchausgabe bei Suhrkamp (10 Euro) sehr kenntnisreich verständlich, auf welchen Wegen das Gehirn zu seinen Urteilen kommt und unsere Welt zweckmäßig konstruiert. Ich kann es deshalb jedem empfehlen, der an solchen Fragen interessiert ist und der nicht vor Desillusionen zurückschreckt.

Zum Weiterlesen:
die detaillierte Buchbesprechung in WEGE DES DENKENS auf Datei (II/14) "Die Eigen-Mächtigkeit des Gehirns", zusammen mit der Stellungnahme zu einem weiteren Buch von Gerhard Roth
http://www.helmut-hille.de/roth.html


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Helmut Hille
Philosophische Sentenzen 2009
Herrschaftswissen in der Krise
15.10.2009

Auf WEGE DES DENKENS in der Datei (L9a) unter dem gleichen Titel abgelegt. (s. auch oben)

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Helmut Hille
Philosophische Sentenzen 2009
Falle Metaphorik
15.11.2009

Auf WEGE DES DENKENS in der Datei (L9a) unter dem gleichen Titel abgelegt. (s. auch oben)

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